2005-10-28

Karteikasten, Lernbox oder Lernkartei

Von oxonom @ 12:13 [ Chinesisch ]
Das bei Schülern und Studenten seit Jahren weit verbreitete Karteikasten-System ist meiner Meinung nach optimal zum Lernen von Vokabeln. Das Lernkartei-System ist in meinen Augen aber nur ein Kompromiss. Man kann keinem Schüler zumuten, für jede Karte komplexere Entscheidungen durchzuführen als bei falscher Antwort die Karte in das kleinste Fach zu legen und bei richtiger Antwort sie in nächstgrösseren Fach zu legen. Die Facher dienen zur Sortierung zwischen gut gelernten und noch nicht sicher gelernten Karten. Mit der Unterschiedlichen Grösse der Fächer wird auch die Zeit bis zur Wiederholung indirekt gesteuert. Bei kleineren Fächern dauert es halt weniger lang bis sie wiederholt wird.

Was wäre wenn wir jemanden hätten, der für uns die Drecksarbeit erledigen würde. Zum Beispiel als Strafaufgabe für die jüngere Schwester. In diesem Fall könnten wir auf die Lernkartei verzichten. Sie führt Buch für jede Karte einzeln und entscheidet wann wir die Karte wiederholen müssen. Sie nimmt folgende Informationen für jede Karte auf:
  • Wann hatte ich zum Ersten Mal Kontakt mit dieser Karte.
  • Wann hatte ich falsch/richtig geantwortet.
  • Wie gut habe ich die Karte gelernt. Da weiss ich nicht ob wir die Schwester trauen können.
  • Wann ist die nächste Abfrage fällig.

Sie macht folgende Entscheidungen:
  • Wenn ich richtig beantwortet habe und es etwas länger her war als geplant, dann kann das Intervall der Wiederholung verlängert werden.
  • Wenn ich falsch beantwortet habe und erst kürzlich abgefragt wurde, dann ist die Karte relativ neu oder ich habes sie nicht gut gelernt. Das Intervall muss deutlich gekürzt werden.
  • Wenn richtig beantwortet aber vor dem Termin abgefragt. Dann wird das Intervall nicht verändert, der Termin wird aber aktualisiert.
  • Wenn falsch beantwortet aber der Termin schon lange fällig, dann wird das Intervall etwas gekürzt.

Das Resultat sollte sein, dass das Wiederholungs-Intervall für gelernte Karten verlängert wird, bis es es zu lang wird. Wir haben ein selbst regulierendes Lernsystem das sich an unseren Wissensstand anpasst.!

Da nicht jeder eine jüngere Schwester oder Bruder zur hand hat, muss wohl der Computer her. Der übliche Arbeitssklave.

Einen anderen Ansatz versuchen verschiedene Programme unter dem Namen SuperMemo. Dort wird eher versucht, die Funktion des Gehirns nachzuahmen. Das Ziel bleibt das gleiche, nämlich das Behalten von Wissen über einen längeren Zeitraum.


Kommentare

sici - sici [at] bluewin.ch - http://japanoma.blueblog.ch/
2005-10-28 13:58:10

Hallöchen Tea, da bin ich ganz Deiner Meinung. Die chinesischen Schriftzeichen wie auch die japanischen Kanjis lernt ein Ausländer am besten über die Karteikarten. Leider fruchtet das bei mir noch nicht so stark. Das liegt nicht an den Karteikarten oder sonstige Instrumente sondern an der fehlenden Zeit sich die Zeichen einzuprägen, lernen und üben.

Sicher ist Dir dieser Link bekannt:
http://www.unicode.org/cgi-bin/GetUnihanData.pl?codepoint=4e2d

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg beim Lernen.

Roger - http://roger.kaywa.ch/japanese_(260852641235486)
2005-10-28 14:18:52

Hi,
Ich bin da auch am Lernen;). Chinesische Schriftzeichen fürs Japanisch.

Ich habs mal so gelöst, aber fürs Memorisieren hats nicht so viel gebracht.

Zurzeit probiere ich was Neues aus. Ich nehme mir die Zeichen aus dem ersten japanischen Schuljahr vor und zusammen mit meinen Kindern zeichnen wir die Dinge und beschriften Sie mit den Zeichen. Manchmal finden wir auch neue Kanji durchs Zeichnen ("kannst du jetzt noch einen Hai malen?"). Ich denke bei der Memorisierung der Kanji ist der Schreibvorgang essentiell.

Vielleicht könnten wir das ja auch via Weblogs machen. Was meint Ihr?

oxonom - oxonom [at] bluewin.ch
2005-10-28 14:21:32

Hallo sici,
Bei Karteikarten ist es nicht gut, wenn nicht regelmässig gelernt wird. Die Zeitabstände stimmen dann nicht. Deshalb werde ich mir den Computer zur Hilfe nehmen, der die Zeiten der gelernten Begriffe erfasst. Wenn ich für längere Zeit eine Pause mache, dann soll er mich zuerst die ältesten abfragen. Die jüngsten werden dann erst viel später wiederholt.

Danke für den Link, den kannte ich noch nicht.

oxonom - oxonom [at] bluewin.ch
2005-10-28 14:41:38

Hallo Roger,
Hat das Japanisch nicht eigene Zeichen? Ich weiss nicht wie das Lernen über Weblog funktioneren soll.

sici - sici [at] bluewin.ch
2005-10-29 10:05:33

Saletti zäme (^_^)

==> Roger: Die Idee mit den Kindern find ich gut. Da hätte meine älteste Enkelin sicher grossen Spass. Wir üben jetzt schon ab und zu, wenn sie bei mir ist.

==> Tea: Ich gehe mit Dir einig, dass ein regelmässiges Training einfach wichtig ist. Richtig, die japanische Sprache kennt noch das Silbenalphabet (Hiragan/Katakana). Die chinesischen Zeichen werden natürlich anderes ausgesprochen. Der Sinn des Zeichens kann aber im Chinesischen und Japanischen übereinstimmen.

Beim Stöber im Internet bin ich vor langer Zeit auf folgenden Link gestossen: http://www.tombeck.com/
Der Autor ist ein Schweizer. Ausserdem basiert das Vokabular auf dem Lehrmittel "Japanisch im Sauseschritt/Japanese for busy people". Ansonsten sind solche Programme nur in englischer Sprache erhältlich.

sici - sici [at] bluewin.ch
2005-10-29 10:09:42

Scheibe, dass es beim Verfassen eines Kommentars kein Preview gibt. ;-(

Es heisst nicht Hiragan sondern Hiragana. Ausserdem "Beim Stöbern"...!
Auf meiner Homepage sammelte ich einige Links, die sich mit der japanischen Sprache befassen.

Roger - http://roger.kaywa.ch
2005-10-31 12:16:00

Hallo Oxonom,
Das Japanisch braucht 1945 chinesische Zeichen. Natürlich sind die Zeichen sowie die Bedeutungen der Zeichen nicht 100% identisch, da sich beide Länder ja unabhängig voneinander weiterentwickelt haben. Gerade deshalb wäre aber eine japanisch-chinesische Diskussion der einzelnen Zeichen oder Kanji (=Han Zeichen), wie man auf Japanisch sagt, ziemlich interessant.


Roger
2005-10-31 12:33:42

Hi Sici,
Wär ja zum Beispiel noch witzig, wir würden uns jeweils ein gemeinsames Kanji pro Woche vornehmen und das japanisch bzw. chinesisch diskutieren.

Man könnte ja die Fotos der Zeichnungen sowie die Geschichte darum auf den Weblogs publizieren. Natürlich müsste man Kanji nehmen, die sich dafür besonders eignen, d.h. eher konkrete als abstrakte.

Andere Idee, wir arbeiten gemeinsam die Radikale auf.

PS: Habe gestern noch eine "japanische" Grammatik (auf Englisch) gefunden. Die fand ich bisher echt toll.





oxonom - oxonom [at] bluewin.ch
2005-11-01 15:33:43

Hallo Roger, Wegen den lernen von einzelnen Zeichen kann kann ich noch nicht viel sagen. Eventuell steht etwas im Lehrbuch, das ich gestern gekauft habe.

Roger - http://roger.kaywa.ch
2005-11-03 09:25:58

Hallo Oxonom,
Kein Stress:) Meldet Euch einfach, wenn Euch das interessiert;)
Ich werd wohl nächstens mal ein Foto einer Kanji-Zeichnung bei mir unter Japanisch publizieren.

Roger
2005-11-04 00:58:43

Hallo,
Hab grad mal eine Kanji-Zeichnung gepostet:)
otoko no ko no kao.

Xaver - xaver.reichmuth [at] bluewin.ch
2006-07-11 17:04:27

Ich kann allen die Kanjii lernen wollen das Buch von Heisig empfehlen "Remembering the Kanji".
Dazu gibt es eine Karteikartenbox mit ca. 2000 Karte auf Amazon. Nicht günstig ca. 150 Franken, wenn man aber die Zeitersparnis berücksichtigt geschenkt.

Hier noch ein Link mit weiteren interessanten Links..

kanji.lunchwalk.com

merlin - merlin [at] whiteknight.ch - http://kanji.whiteknight.ch
2006-10-26 21:52:02

Wer die Heisig-Methode kennt und mit anderen Geschichten austauschen will schreibe diese aus kanji.whiteknight.ch. Oder Mail an merlin@whiteknight.ch
Jeder Beitrag auf Deutsch ist willkommen.

Thuy Nguyen - it [at] esl.ch - http://www.esl.ch
2007-10-12 11:15:29

Sehr geehrte Damen und Herren

Als wir auf Ihre Homepage gestossen sind, haben wir bemerkt, dass Sie verschiedene Links über Sprachaufenthalte veröffentlichen.

Unser Unternehmen, ESL Sprachaufenthalte, ist spezialisiert auf Sprachreisen für Erwachsene, Studenten und Jugendliche. Wir legen grossen Wert auf eine gute Qualität und arbeiten daher nur mit internationalen anerkannten und qualitatic hochwertigen Schulen zusammen.

Unser Hauptsitz befindet sich in Montreux (Schweiz). Weiterhin führen wir auch Agenturen in der Schweiz (Zürich, Widnau SG, Genf und Lugano), sowie im Ausland (Frankreich, Italien, Schweden und Tschechische Republik).

Beschreibung:

Sprachreisen weltweit für Erwachsene, Studenten und Jugendliche, mit grosser Auswahl an Destinationen und bekannten Schulen in über 40 Ländern und mehr als 11 Sprachen mit ESL-Sprachaufenthalte. Ihr Ansprechpartner von A-Z über Sprachaufenthalte im Ausland.

Dürfen wir Sie bitten, auch einen Link von unserer Internetseite:

http://www.esl.ch
http://www.esl-sprachreisen.ch

auf Ihrer Seite:
www.oxonom.blueblog.ch

zu veröffentlichen?

Wir danke Ihnen im Voraus bestens und freuen uns auf Ihre Antwort.

Freundliche Grüsse

ESL-Sprachaufenthalte
Rue du Marché 19
CP 1204
1820 Montreux
Switzerland
Tel: +41 21 962 88 80
Fax: +41 21 962 88 81

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